Samstag, 1. Dezember 2007

Patagonien




http://picasaweb.google.com/mariatestxxxxx/ElChalten





http://picasaweb.google.com/mariatestxxxxx/ElCalafate



http://picasaweb.google.com/mariatestxxxxx/Ushuaia

Hallo ihr Lieben,
leider bin ich gerade schon wieder am Kofferpacken und hatte zwischen für die Klausur büffeln und eine Ausarbeitung schreiben, keine Zeit den Blog zu vervollstängigen, allerdings hoffe ich, dass euch meine Bilder gefallen werden.

Bis bald
Maria

Achso die Reiseroute sieht folgendermaßen aus:
Iguazu-Wasserfälle: 3-Länder-Kreuz (Paraguay-Brasilien-Argentinien)--> wahrscheinlich mein Visum verlängern...

Parque Nacional de los Esteros del Iberá
Salta
San Juan de Jujuy
Tucuman
La Plata
El Bolson/ Barriloche
Parque Nacional in der Nähe
Bolivien :-) --> in 2 Monaten

am 1. Feb fängt mein Praktikum in Brasilia an. Darauf freu ich mich auch schon total!!!

Sonntag, 14. Oktober 2007

"relative" Armut

Was ist eigentlich Armut??? Hab ihr euch das eigentlich mal wirklich durch den Kopf gehen lassen? Ich meine ganz abgesehen von den Zahlen. Was bedeutet denn unter der Armutsgrenze leben?
Hier ein Zitat aus der taz:
Was ist Hunger?
Ein Mensch ist nach UN-Definition unterernährt, wenn er weniger zu essen hat, als er täglich braucht, um sein Körpergewicht zu erhalten und zugleich leichte Arbeit zu verrichten. Die erforderliche Nahrungsmenge variiert zwischen den Ländern sowie zwischen den Altersgruppen und Geschlechtern, liegt aber laut FAO durchschnittlich bei etwa 1.900 Kilokalorien am Tag. Dieses minimum energy requirement ist geringer als der von der Weltbank zum Zwecke der Definition von "absoluter Armut" errechnete Durchschnittsbedarf von etwa 2.200 Kilokalorien. Laut Weltbank leben etwa 1,2 Milliarden Menschen in absoluter Armut; laut FAO sind über 800 Millionen unterernährt.

Diese und ähnliche Artikel lesen wir über das Jahr verteilt des öfteren. Doch welche Auswirkungen hat das auf unser Denken. Es scheint, als wäre es nur einer von vielen Artikeln, den wir eventuell gerade überfliegen.

Könnt ihr euch vorstellen, dass vor der Citibank im Zentrum von Buenos Aires, Menschen wohnen? Ich meine damit vor den Glasscheiben, auf den Gehweg.
Es ist in der Tat so. Vor der Citibank sah ich, wie ein Mädchen sich gerade anzog. Sie machte ihre Haar zurecht und suchte sich 2 Oberteile aus einem Regal, das gleichzeitig als "Abgrenzung" zu einer anderen Wohnung diente. Insgesamt ist das Quartir von unterschiedlichen Möbelstücken eingegrenzt, welche sicherlich zur Entrümplung bereitstanden. Der Boden ist mit Kartons ausgelegt, alte Matrazen, dienen, wenn vorhanden, als Betten.
Den Tag verbringen die Kinder oder ganze Familien mit Betteln. Sie gehen unter anderem in Schulen, Universitäten, Restaurants oder auf die Strasse und bitten um Geld und/oder etwas zu essen.
In Deutschand kennen wir diese Armut (noch) nicht. Dort redet man von Bildungsarmut und welche Folgen diese haben wird, können/ wollen wir uns teilweise gar nicht ausmalen.
Können wir uns vorstellen nichts zu essen zu haben? Hatten wir schon mal die Befürchtung nicht zu wissen, wo wir diese Nacht schlafen werden? Wenn wir davon reden, dass wir momentan kein Geld zur Verfügung haben, dann meinen wir, dass wir uns gerade keinen Urlaub leisten können oder eben diesen Monat auf einen Besuch im Restaurant verzichten um es drastisch zu formulieren. Doch wie ist das Gefühl, wenn man nicht weiss, wie man seine Familie ernähren soll und die Ehrfrau eventuell auch noch schwanger ist? Kann man sich vorstellen, dass man ein gesundes Kind verstümmelt, damit sich ein Passant in der Haupteinkaufsstrasse erbarmt etwas mehr Geld zu spenden?

Was wir mit diesen Gedanken anfangen sollen?

Bewusster leben!

Wie oft beschweren wir uns über Kleinigkeiten. Über schlechtes Wetter oder darüber, dass gerade eine Kleinigkeit nicht so funktioniert wie es sollte? Warum sorgen wir uns derart in unserem Leben und geniessen nicht einfach den Moment?? Sind wir nicht immer gerade mit unseren Gedanken in der Zukunft oder in der Vergangenheit, doch was ist mit der Gegenwart? Wozu führen diese Reflexionen, die doch letztendlich nur Vermutungen oder Tatsachen sind, die wir nicht ändern können?! Ändern können wir nur etwas im Hier und Jetzt!
Ich denke, dass wir, die in der industrialisierten Welt leben, sehr viel Glück haben. Jeder Einzelne ist allerdings selbst dafür verantwortlich, was er aus dem macht, was man ihm geschenkt hat.
Ich frage mich, was uns diese Sucht nach dem Materiellem bringt?! Ändert es uns? Macht es uns glücklicher? Was ist denn das Ziel unseres Leben? Anhäufung von materiellen Reichtümern?
Der Konsumismus macht uns nicht zu besseren Menschen, stattdessen lässt er uns vergessen wer wir wirklich sind. Je mehr wir uns in den Luxus verkriechen, destoweniger sehen wir die Schönheit der Natur, denn sie birgt auch Unannehmlichkeit.
Ein Leben ohne Handy?- unvorstellbar! Kein Internetzugang?- Unmöglich. Doch kommunizieren wir dadurch wirklich mehr oder werden unsere Gespräche einfach nur oberflächlicher??


Was ist das Ziel eures Lebens?

Freitag, 12. Oktober 2007

Verkaufsmotivation und Universitätsmaterialien

Heute gleich noch einen Eintrag, ich bin gerade so sehr in Übung.... :-)

Wie werden in Argentinien die Universitätsmaterialen verteilt?
Hm, jetzt wird es interessant.
In Argentinien gibt es sogenannte Fotocopiadoras- Kopierläden. Wo in Deutschland die Unimaterialien online erhältlich sind (hier zum kleinen Teil auch), holt man sie sich hier in Argentinien in einem dieser Läden ab. Das kann kompliziert werden, denn schon alleine um die Uni herum gibt es 4 Stück davon, man sollte also genau Bescheid wissen wo man was erhält. Man betritt also den Laden, zieht eine Nummer, wartet bis man dran ist und bittet um die Unterlagen. Der Verkäufer sucht die jeweiligen Unterlagen (in aller Ruhe) heraus, kopiert sie und voila, du bezahlst.
In Deutschland ist bekanntlicherweise das kopieren von Büchern verboten. Hier werden sämtliche Bücher als Kopie besorgt. Eine Bestellung dauert ca 1 bis 2 Tage und kostet ca 6 € gebunden. :-) Für die Studis ist das super, für den Autor wahrscheinlich nicht unbedingt.
Eine Sache, die ich bisher noch nicht erwähnt hatte ist, dass viele Studenten, die aus dem Inneren des Landes kommen, aus einem betuchten Elternhaus stammen. So etwas wie Bafög gibt es hier ganz klar nicht. Ansonsten wohnen die Studenten bei ihren Eltern. Dennoch kann man davon ausgehen, dass mehrheitlich Studenten aus der Oberschicht oder eben besseren Mittelschicht studieren. Ein Vorteil ist allerdings, dass jegliche Bildungswege (abgesehen vom der Privaten) kostenfrei ist, auch sämliche Weiterbildungen, wie Masterkurse usw. Dadurch profitieren auch Leute unterschiedlichen Alters von den Lehrveranstaltungen. Denn ohne gute Ausbildung ist die Aussicht auf einen (guen ) Job sehr gering und selbst dann besteht eine grosse Wahrscheinlichtkeit, dass man nicht in diesem Gebiet arbeitet, so wie in Deutschland eben auch.

Noch ein paar Worte zur Verkaufsmotivation.
Eine kleine Szene. Ich trete interessiert in ein Musikgeschäft ein, gewillt mich über Jazz zu informieren. Völlig ahnungslos gehe ich auf den Verkäufer zu und frage ihn nach der Auswahl, die er zu diesem doch recht umfangreichen Thema da hat. Daraufhin fragt er mich, was ich denn genau suche und ich erkläre ihm, dass mich etwas ruhigeres, gelassenes interessiert. Daraufhin fragt er wieder, was ich denn GENAU suche- und ich erwidere, dass ich mir doch noch nicht sicher bin. Seine Reaktion daraufhin ist, dass er sich seinem Computerbildschirm zuwendet und eine Geburtstagskarte zu designen beginnt. Ich bleibe also still neben ihm stehen-aus reiner Provokation- in der Hoffnung, der gute Mann reagiert. Das tat er auch, und weiterhin den Bildschrim anschauend fragt er mich, mir den Rücken zugewendet, ob ich denn nun wisse, was ich wolle. Na ganz offensichtlich nicht, denke ich mir und drücke mich auf latino-diplomatenweise so aus, dass ich eventuell eine Beratung bräuchte. Seine Antwort: er besorgt mir bis zur folgenden Woche etwas, wo er sich sicher ist, dass es mir gefäll, ich solle einfach wieder vorbeischauen. Damit war meine Hoffnung gestorben und ich ging aus dem Laden.

Nicht, dass ihr denkt, dass das eine Ausnahme war, nein. Geh ich doch letztens in einen Buchladen- spezialisiert für Wirtschaft und bitte um eine Buch über Preisstrategie. Für diejenigen, die mit Marketing überhaupt nichts am Hut haben: Es gibt 6 Hauptstränge die es möglich machen, den Konsumenten zum Kauf zu überzeugen. Preis ist eines davon.
Ich gehe also in diesen Laden, da schaut mich der Verkäufer schon völlig freudlos an. Ich äußere also meinen Wunsch und spezialisiere: "Ich hätte das Ganze gern international ausgerichtet". Zu "Preis" hat er momentan prinzipiell gar nichts da, meinte er dann. Aha, denke ich mir. Um allerdings auf Nummer sicher zu gehen, checkt er noch mal in seinem Computer und nickt mir mit Zufriedenheit zu, ja, er hatte Recht, er hat momentan kein einziges Buch zu diesem Thema in einem Regal stehen. Super denke ich mir und gehe aus dem Laden.

Den Vorteil den ich darin sehe, ausser der Tatsache, dass ich unglaublich meine Geduld schule, ist, dass ich hier ein grosses Potential sehe, um Arbeit zu finden... Die Frage ist nur, ob ICH im Marketing-Bereich arbeiten möchte. Wo mir doch Shopping sowieso gar kein Spass macht und ich der erste Kunde bin, der aus einem Laden herauseilt, wenn er nicht sofort volle Aufmerksamkeit geschenkt bekommt. Naja, ich hab ja noch Zeit mich mit dieser Thematik auseinander zu setzten, bisher kann ich diese Frage mit einem klaren "nein" beantworten. Obwohl shopping hier echt attraktiv ist und billig und ich dringend neue Sachen/ Schuhe brauche, überkam mich noch nicht der Kaufrausch. Vielleicht kommt das noch... Eli, Lara, Vroni, Maria.... wollt ihr mich nicht mal besuchen kommen???!!!


So ihr Lieben, gleich 2 Tage aufeinander folgend, jetzt geb ich euch erst mal ein wenig Zeit um die vielen Infos zu verarbeiten. Wahrscheinlich schreibe ich euch dann auch erst wieder von meinen Urlaubserfahrungen.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße aus dem immer noch verregneten La Plata

Maria

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Wahlen und Korruption in Argentinien

Hallo ihr interessierten Leser,

da bin ich wieder. Seit meinem letzten Blogeintrag ist viel passiert...

Mir geht es sehr gut, obwohl es in La Plata nicht mehr zu regnen aufzuhoeren scheint, aber irgendwie ist das auf seine Art schoen. Ich bleibe einfach weiterhin in der Hoffnung, dass es bald warm wird und die Sonne sich zeigt.

In Argentinien sind gerade grosse Wahlcampagnen angesagt. Im Oktober ist es naemlich soweit, dass Nestor Kirchner, der jetzige Praesident sein Amt niederlegen wird und jmd anderes das Land weiterregieren wird. So wie es bisher aussieht, wird das seine Frau die Regierung uebernehmen. Die Mehrheit der Bevoelkerung geht davon aus, dass sie letztendlich auch gewaehlt wird.
Die Camagne sieht so aus, dass ueber den Tag Minilaster durch die Stadt fahren, die Wahlsolgans durch die Lautsprecher herausposaunen und die jeweiligen Kandidaten auf grossen Plakaten auf den Lastern abgebildet sind. Es gibt auch mehrere Politikerbueros. Wofuer die nun da sind, weiss kein Mensch, denn bisher hab ich noch niemanden getroffen, der auch nur das geringste Vertrauen in die Machenschaften der Politiker zeigt.
Das Problem, welches hier besteht, ist, dass in Argeninien Waehlen eine Pflicht darstellt. Das heisst, das wenn man in das Wahlbuero geht, man einen Stempel in den Pass bekommt. Falls man sich 500 km von Wahlort entfernt aufhaelt, kann man den Antrag stellen, auf Grund der Distanz von seiner Bürgerpflicht entbunden zu werden. Allerdings hab ich mittlerweile mit einigen Leuten geredet, die mir sagten, dass sie schon mehrmals nicht waehlen gegangen sind und es hat keine Konsequenzen nach sich gezogen ...

Doch die eigentliche Schwierigkeit besteht in der Korruption. Es wird erzaehlt, dass sich die Politiker die Wahlstimmen erkaufen und das ist relativ einfach, denn die Armut in diesem Land ist immens. Bis in die Innenstadt von Buenos Aires erstrecken sich die Armenviertel. Teilweise erinnern mich die Zustaende an Indien und an die Tatsache, dass ich mich in einem Entwicklungs-/ Schwellenland befinde. Was passiert also? Die Politiker erkaufen sich die Stimmen indem sie diese Viertel mit Essen oder anderen dringend noetigen Guetern versorgen.
Die Argeninier haben also saemtliches Vertrauen in die Politik verloren. Hier in La Plata gilt ein neuer Slogan "La Plata, una ciudad limpia" (La Plata, eine saubere Stadt) und direkt davor befindet sich ein Haufen Muell... In Deutschland kennen wir das doch auch- jede Partei will alles besser machen, bringt aber keinerlei Vorschlaege, wie es besser gemacht werden kann, begnuegt nich mit der Aeusserung von Kritik... Interessenant ist auch, dass Frau Cristina Kirchner nicht im Inland sondern im Ausland betreibt. So war erst letztens auf Reise nach Europa... und verschwendete, nach Ansicht einer Argentinier, die Steuergelder (Wozu jetzt noch überhaupt gar nicht berechtigt ist, denn sie begleidet ja noch gar kein Amt...)

Die Korruption erstreckt sich in alle Himmelsrichtungen. In einer Diskussion hatten wir darueber filosofiert, wie man die Armut senken koennte und dabei erwaehnte ich das Sozialprogramm, welches gerade in Ostdeutschland umgesetzt wird. Naemlich, dass die Kommunen ihr Geld in "ABM"-Massnahmen einsetzen, sodass Langzeitarbeitslose zumindest eine Beschaeftigung haben ( für die Kommune selbst oder sonstige soziale Einrichtungen). Genau dieses System gibt es hier auch, nur geniessen leider hauptsächlich Freunde von Politikern das Privileg in das Programm involviert zu werden, die letztendlich aber keine Notwendigkeit darin sehen, zu arbeiten, sondern sie profitieren lediglich von der finanziellen Unterstuetzung. Wie soll man diesen Teufelskreis unterbrechen????

Ihr koennt euch sicher vorstellen, dass sich diese Problematik in der Bildung fortsetzt. Es gibt einmal ein privates und ein oeffentliches Schulsystem. Abgesehen von den Ausnahmen, sagt man, dass es zu einen immense Unterschiede zwischen privater Sekundarschule und oeffentlicher und zum anderen zwischen privater und öffentlicher Universitätsausbildung gibt. In der privaten Sektundarschule werden u.a. zusaetzliche Faecher wie Englisch und Musik (Instrumente) angeboten, die Lehrer sind mehr oder weniger gut ausgebildet und Unterrichtsausfälle sich eine Seltenh. Die oeffentliche Schule leidet unter einem weiterverbreitet schlechten Ruf. So sagt man, dass der Unterricht schon nicht stattfindet, wenn die Klassenraeume kalt sind oder sonstige Zwischenfaelle auftreten.
Beim Universitaetssystem ist das anders herum. Die oeffentliche Uni ist sehr anspruchsvoll (eigene Erfahrung), die Professoren geben die Vorlesungen aus eigener Motivation heraus, die Entlohnung ist zu gering um davon leben zu können, also besitzen sie viel Praxiserfahrung, die sie in die, primär durch Theorie geprägten, Vorlesungen mit einfliessen lassen. Diese Kombination verschafft den öffentlichen Einrichtungen einen sehr guten Ruf (besonders die Fakultaet fuer Wirtschaft in La Plata). Im privaten Sektor werden sich Abschluesse haeufig erkauft und somit ist ein solcher Abschluss sehr wenig anerkannt.
Voila Argentina. Es gibt hier wirklich sehr viel nach zu holen, dennoch moechte ich erneut betonen, dass ein Land nicht nur durch nicht funktionierende Systeme einzuschaetzen ist, sondern es sind Menschen, die in diesem Land leben, die die Unterschiede ausmachen.

Wenn ich in einen kleinen Laden gehe, dann werde ich eigentlich zu 99 Prozent gefragt, woher ich komme und wenn ich dann erzaehle, dass ich aus Deutschland komme, dann runzeln viele die Stirn und fragen mich, warum ich denn ausgerechnet in diesem Land Wirtschaft studiere. Eigentlich finde ich es sehr schade, dass die Argentinier ihr eigenes Land nicht zu schaetzen wissen. Hoffentlich wird es ihnen eines Tages klar....

So ihr Lieben, ich werd jetzt mal etwas essen gehen. :-)

Naechste Woche Donnerstag uebrigens geht es fuer mich ab in den Sueden!!!! Ich werde fuer 2 Wochen Patagonien erkundschaften. Zusammen mit meinem Freund werden wir uns die Gletscher in El Calafate und El Chalten anschauen und dann werde ich alleine fuer 3 Tage nach Ushuaia, der suedlichsten Stadt Argentiniens, weiterreisen. Ich kann es schon kaum noch erwarten. Fuer mich ist es das erste Mal, dass ich an einen Ort reise, an dem es kalt ist. Zur Zeit herrschen dort Tagestemperaturen von 5 -7 Grad vor. Aber keine Sorge, ich bin dabei mir warme Sachen zu besorgen :-) Wir werden dort viele Wanderungen unternehmen und den Nationalpark bewundern, vielleicht hab ich ja gar nicht soviel Zeit zum Friern. ;-)

Sorry uebrigens, dass ich immer so wenig Bilder hochlade, aber meine Kamera ist leider defekt, aber in den naechsten Tagen duerfte sie aus der Reparatur zurueckkommen und das hoffentlich funktionierend, dann werdet ihr auch mehr visuelle Unterstuetzung in meinem Blog bekommen, versprochen.

Ich wuensch euch alles Gute.

Bis bald
Knutschi
Maria

Samstag, 15. September 2007

Einige argentinische Gewohnheiten


Eh voilà de retour,

nach wie vor geht es mir super gut hier. Ich bin sehr gluecklich ueber meine Wohnung, in der ich nun seit ca 3 Wochen wohne. Heute war ich mit meiner Mitbewohnerin, Carolina, ein Sitzkissen kaufen. Wir hatten uns das vorgenommen seitdem ich eingezogen bin und nun sitz ich darin und tippe euch ein paar Zeilen. Echt eine gemuetliche Angelegenheit. Ich glaub fuer Deutschland werd ich mir das auch zulegen.

Letzten Freitag war ich auf einer Feier von einer Ingenieurin, die ihre letzte Pruefung bestanden hat.
Das laeuft folgendermassen ab:
Man informiert Freunde und Bekannte darueber, dass man zum letzten Mal geprueft wird. (wie Verteidung einer Thesis). Diese warten vor dem Gebaeude mit Eiern und Mehl und was man so alles in der Kueche findet und man wird damit beworfen. Wenn es sein muss, laeuft der jenige dann halb nackt in diesem Zustand durch die Stadt ;-). Es ist total witzig!!!
Abends sind dann die Feierlichkeiten, Familie und enge Freunde kommen zum Essen und danach kommen restliche Bekannte um bis in den Morgen hinein zu feiern. (da ich Sa. Morgen ab um 9 Uhr Vorlesung hatte, bin ich ganz brav frueher nach Hause gegangen ;-) )
Es war ein sehr interessanter Abend, mit Gespraechen ueber Jazz und uebers Reisen. Jeder empfiehlt mir den Sueden zu bereisen und so soll es sein. Im Oktober werde ich 10 Tage im aeussersten Sueden Patagoniens verbringen!!!!

Uebrings gibt es in Argentinien eine deutsche Version des Diarios Argentinos, sprich des Argentinischen Tageblattes (nicht Tagesblattes ;-) ). Ich amuesire mich regelmaessig, wenn ich es aufschlage, da nicht nur ab und zu die Wortwahl die Bedeutung verfaelscht, sondern auch die allgemeinen Kommentare einfach lustig sind- und natuerlich auch sehr ehrlich kritisieren, wie dieser zum Beispiel:
"Unter der Liste der Projekten von De Vido gibt es noch andere, die keinen vernuenftigen Sinn(,) und auf alle Faelle keine Prioritaet haben, wie das der Strassenbahn (wo laengst eine Strecke schon in Betrieb genommen wurde[...]. Das schon durchgefuehrte Projekt war sehr kostpielig, ist hoechst unwirtschaftlich und ueberhaupt nicht notwenig. Es haette genuegt, dass private Omnibuslinien fuer den Dienst der Streckje zugelassen werden, damit das Problem ohne staatliche Mittel fuer Invetitionen geloest wird. Dass man diese SCHNAPSIDEE jetzt noch weiterfuehren will, waere gewiss zu viel des Guten." Auszug aus der Wirtschaftsuebersicht: "Der grundsaetzliche Zielkonflikt der Staatsfinanzen"
Man findet viele solcher kleinen Details, deswegen ist dieses Wochenblatt nicht nur informativ und belustigend zugleich, sondern zeigt auch einige kulturelle Unterschiede auf!

So, ich werd mich jetzt mal fuers Salsa tanzen fertig machen!!! Beim Tango war ich letzte Woche auch und es sieht ganz so aus, als wenn ich das weiter machen werde. :-D

Ganz liebe Gruesse an euch alle. Ich wuerd mich freuen, wenn ihr mit ab und zu mal einen kleinen Kommentar hinterlasst.

Bis bald
Maria

Mittwoch, 5. September 2007

Einfach gluecklich in Argentina

Lang lang ist es her, dass ich etwas von mir hoeren lassen habe, aber naja, so ist das eben.

Nach wie vor bin ich super gluecklich in diesem Land des buerokratischen Chaoses und des regen Verkehrs und ich bin auch zum 2. mal erkaeltet, aber das macht alles nichts. Argentinien ist einfach ein Traum!!!

(auf dem Foto seht ihr meine neue Mitbewohnerin, Carolina, wir verstehen uns super!!!)
Erzaehlt mir doch meine Professorin fuer franzoesische Literatur (Franzoesin mit suedlichem Akzent!!!), dass sie letztens auf dem Flur rauchte. Ganz eindeutig stand auf einem Schild in unmittelbarer Naehe geschrieben: Rauchen verboten. Es kam also ein Wachposten und erspaehte sie und fragte, was sie da tue. Ganz offentlichlich: rauchen- so wie der Wachposten auch!!!! In Argentinien gibt es fuer alles Regeln, der Unterschied zu Deutschland ist nur, dass sie niemand einhaelt.

Eine weitere Sonderbarkeit die mir jeden Tag begegnet, ist die Angst, die die Argentinier vor sich selbst haben. Mindestens 3 Mal taeglich werde ich gewarnt, vorsichtig zu sein. Nun gut, mir ist schon klar, dass ich auf meine Sachen aufpassen muss- und ich tue es auch bewusster als in Deutschland, aber mir werden hier Geschichten erzaehlt, da bekommt man das Gefuehl man lebe in den Slums von Rio de Janereiro.... Nach einigen Reflexionen bin ich darauf gestossen, dass das aus den absoluten Krisenzeiten Argentiniens herruehert. Insgesamt kennt man hier das Gefuehl von Stabilitaet nicht. Das hat Vor- und Nachteile. So hat man auf der einen Seite den Eindruck, dass selbst eine 80-Jaehrige noch faehig ist, sich an voellig neue Gegebenheiten anzupassen, waehrend man bei manchem 30-Jaehrigen in Deutschland nicht sicher ist, ober das Alter von 100 geistig schon ueberschritten hat. (die Argentinier neigen uebrigens auch zu starken Uebertreibungen ;-) ) Die Kehrseite der Medaille dieser Instabilitaet ist Angst. Je nach Bildungsniveau ist das natuerlich staerker ausgepraegt, aber... Mein Lebensmotto: No risk no fun! ;-) (in Ma'sz'en).
Mein kleiner Funfactor ist seit neuestem mein Fahrrad. Es ist so aehnlich wie Achterbahn fahren- vom Gefuehl her- und man freut sich immer wieder aufs Neue, wenn man ankommt, wo man hin will. Das also zum wach werden und zum Fit werden, geh ich seit neuestem laufen. Jaja, wer haette das gedacht? Ich werde sportlich. Schwimmen war ich in den letzten Tagen auch und Gewichte heben, lol, na man sehen, wie lange meine Motivation anhaelt... Nebenher studiere ich auch ;-)
Ganz im Ernst, das Vorurteil, die Latinos waeren faul, ist zumindest bei den Studis ne herbe Beleidigung und jeder Deutsche, der hier her kommt und von Feiern, Relaxen usw. traeumt und nebenher orgentlich studiert, wird hier aus seinen schoensten Traeumen gerissen. Kurzes Bsp.: wir sollten eine Ausarbeitung von 150 Seiten binnen einer Woche erledigen. Da wir aber zwischendrin eine weitere Vorlesung hatte, wurde das Thema dennoch angeschnitten. So musste ein Gruppe von 3 Studis vor die Klasse treten und mit einer Vorbereitungszeit von 15 min. eine kurze Zusammenfassung zum Thema geben - geschockt??? C'est la vie. So kann man sich taeuschen.
Wenn man diese winzigen Details bedenkt, dann kann man leicht schlussfolgern, warum man pro Semester nur 3 Faecher belegt. Desweitern werden diese 2 bis 3 Mal im Semester geprueft...


Genauso wenig kann ich bestaetigen, dass die Maenner hier alle Machos sind. Es gibt einige, aber eben genauso wie in Deutschland. Nur in der Disko sind die Maenner etwas selbstbewusster und fordern einen zum Tanzen auf. Da muss jeder selber wissen, wie er damit umgeht.

¿Qué más? Meine Sprachkenntnisse werden immer besser, dafuer nehmen die fuer franzoesisch scheinbar taeglich ab. Man muss eben Opfer bringen. Eine kleine Reise nach Paris oder Montpellier und dann ist das auch wieder in Ordnung.

Ich besuche uebrigens zum Grossteil Master-Kurse hier. Einmal eben im Bereich Internationale Beziehungen und Marketing. Diese Kurse gefallen mir am meisten, nicht nur auf Grund der Sachgebiete sondern auch im Bezug auf den Umgang zwischen Prof und Studis. So sass ich letztes Wochenende im Kurs "Aussenpolitik Iran", wir tranken Mate und assen leckeres Gebaeck( der Prof natuerlich auch!!) und naja, es war mehr eine Austausch, als das Vermitteln von puren Kenntnissen. Besonders die Kultur des Mate-Trinkens ist dabei zu unterstreichen. Denn wie ihr ja schon in vorherigen Berichten lesen und sehen konntet, wird Mate in einem besondern Behaeltnis (dem Mate) serviert. Die Kraeuter werden mit heissem Wasser aufgegossen und jeder Einzelne trinkt den Inhalt durch den "Halm" aus Metall (Bombilla) aus und reicht es zurueck an eine Person, die sich waehrend des Rituals darum kuemmert den Mate aufzufuellen. Und so geht er die Runde. Es ist echt witzig und zugleich sehr persoenlich.
Bisher habe ich allerdings auch schon einige Argentinier kennengelernt, die eben genau das nicht moegen und keinen Mate trinken. Ich setze mich oft einfach hin und geniesse meine Zeit in Ruhe, Mate trinkend und lesend.

Ach noch kurz zum Abschluss. In meiner letzten Story hab ich von dem Angebot des Bettes und des Schreibtisches von dem Freund eines Freundes erzaehlt. Letztendlich hat in der Tat dieser Freund von mir eine Wohnung fuer mich gefunden. Ich wohne jetzt mit einer Ingenieurin zusammen-super Austausch. Naja und da kein Bett und auch kein Schreibtisch vorhanden war, hat mir Fernanado (der besagte Freund) den Schreibtisch und das Bett (mit Bettdecke, Matraze,Kissen usw.) zur Verfuegung gestellt!!!!!! Voilà, also nicht nur blablabla, sondern purer Ernst. Die Latinos sind einfach der Hammer. jetzt muss ich nur noch heiraten und hier bleiben ;-)

So ihr lieben, fleissigen Leser.

Ich wuensche euch allen alles Gute. Soweit ich das mitbekommen habe, wird das Wetter in Deutschland wieder schlechter, hier wird es endlich besser. Ich schick euch also ein bisschen Sonnenschein, in dem ich an euch denke und indem ihr meine Eintraege lest.

Ganz liebe Gruesse

Maria

Dienstag, 21. August 2007

Schon 3 Wochen hier


So,

da bin ich wieder.

Hier in La Plata scheint das Wetter langsam besser zu werden, auch wenn es immer noch super kalt ist und naja, zumindest scheint gerade die Sonne, gestern auch schon, deswegen bin ich recht zuversichtlich.
Wenn ich allerdings daran denke, wie nett und offen die Leute hier sind, wird mir wieder ganz warm ums Herz und das Wetter hoert auf eine Rolle zu spielen. Bevor ich hier hergekommen bin, habe ich viele Unterhaltungen mit Backpackern gefuehrt, die sich eine Zeit lang in Lateinamerika aufgehalten haben. Sie meinten, dass die Menschen hier recht oberflaechlich sind. Dem kann ich aus meiner jetzigen Perspektive nur zu einem kleinen Teil zustimmen. Es scheint mir ganz natuerlich, dass man Menschen, die man gerade kennengelernt hat, nicht sofort das Herz ausschuettet. Wie ist es denn in Deutschland? Wie empfangen wir denn Auslaender? Um ein Beispiel zu geben: Ich habe gestern Freunden von Freunden, also mir unbekannten Leuten erzaehlt, dass ich auf der Suche nach einer Wohnung bin. Darauf hin brach eine Debatte ueber mindestens eine halbe Stunde los, wo ich denn nun bleiben koennte... Letztendlich hat sie so geendet, dass das Ehepaar Freunde von sich anschreiben wird, um zu fragen, ob die ein Zimmer fuer mich frei haetten und dann meinten sie (mehrmals wiederholend), dass wenn Moebel fehlten, sie genuegend herumstehen haetten und sie mir diese bringen wuerden. Mal ganz davon abgesehen, ob diese Situation eintrifft oder nicht, ist es dennoch eine nette Geste.
Insgesamt bin ich hier sehr freundlichh aufgenommen wurden. Es ist voellig unkompliziert neue Leute kennenzulernen. Es gefaellt mir einfach super.
Mittlerweile habe ich schon ein kleines Ritual: einmal taeglich setze ich mich in ein Café und trinke gemuetlich einen Submarino (heisse Milch mit einem grossen Stueck Schoki) und geniesse die Tatsache hier sein zu duerfen. (Der Umrechnungskurs Argentinische Peso in Euro betraegt uebrigens ca. 4:1 (lt Boersenangaben 4,23:1 --> es wird empfohlen zu kaufen ;-) ; ach ja, die Einfluesse von Finance... ;-) )


¿Qué más? Ich habe das Wochenende ich mit Freunden Buenos Aires verbracht und mir wieder mal selbst bestaetigt, dass ich eher ein Kleinstadtmensch bin.
Die Stadt selbst ist sehr interessant und hat kulturell sehr viel zu bieten. Ausserdem ist sie bekannt- nicht nur fuer ihre unzaehligen Demos, sondern auch fuer den Tango und Jazz (Ich liebe Jazz!!!)
Naja, bevor ich den Jazz genoss, wollten wir einkaufen gehen, haben uns also an einem Samstagnachmittag ins Zentrum getraut, Naja, diese Tatsache, dass eine der Freundinnen unglaublich viel redete (ich verstand groesstenteils die "rr"s, die bis heute unaussprechlich fuer mich sind) und die vielen Menschen in der Strasse, haben unseren Shoppingversuch auf eine sehr kurze Zeit reduziert und so haben wir uns gemuetlich in ein Café gesetzt und entspannt.
Am Abend waren wir zusammen essen und haben einer Lifeband zugehoert, die Jazz und Blues spielte. Was fuer ein Abend! Ich hab mir uebrigens Fleisch bestellt und ich kann bestaetigen, dass es echt lecker ist. Als ich nach dem Essen nachfragte, wie viel Gramm es waren, meinte der Kellner: 300g!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und stellt euch vor, die Argentinier essen eigentlich nicht viel aneres als Fleisch mit Fleisch.... Die meisten meinten bisher, dass sie Gemuese nicht moegen und alles was frisch ist, ist momentan sowieso unglaublich teuer. (wegen der schlechten Wetterbedingungen!!!, die Leute meinen, dass die Inflation gefuehlt ungefaehr bei 10% liegt, die Zeitungen sind anderer Meinung, schreiben aber parallel, dass man nur durch Datenfaelschung eine gewisse Ruhe in die Stimmung der Bevoelkerung bekommt).

Interessieren euch eventuell die Vorurteile der Latinos gegenueber den Deutschen???
Also nach meinen Infos gibt es in Deutschland keine Bars und keine Diskotheken, denn die Leute arbeiten nur. Aus diesem Grund muss man auch schon um 19 Uhr essen, damit man frueh ins Bett gehen kann, um dann frisch und munter auf Arbeit zu gehen. Deutsche Frauen sind in der Regel haesslich (wenn auch die Englaenderinnen in Europa die haesslichsten sind). Sie werden beschrieben als Bleichgesicher mit starker Statur und blonden Haaren. Hollaender und Schweden wiederum sind exotischer und die schoeneren Menschen.
Ach so, die Deutschen sind sehr "liberal"- wenn ich jmd frage, was er ueber Deutsche weiss, dann sind die immer "liberal" und "frio" (kaltherzig- was auch lateinamerikaischer Sicht mit Sicherheit auch zutrifft). Die Deutschen brechen nie die Regeln und sind sehr stolz ueber deutsche Erzeugnisse. Naja, das ist doch mal was!!!

Was meine Wohnungssuche anbelangt, bin ich zwar fuendig geworden, aber sehr unzufrieden. Nicht nur, dass ich keine Heizung habe, sondern in der Kueche ist das Fenster kaputt gegangen und wurde- ganz klar- seit mehreren Tagen nicht repariert. Doch das macht alles nichts. Ich werde heute noch ein paar Wohnungsbesichtigungen machen, in der Hoffnung, dass ich was finde.
In der Uni komme ich eigentlich ganz gut mit und wenn ich Fragen habe, sind meine Kommillitonen eigentlich auch immer gleich zur Stelle und helfen mir. Das oberste Bild ist uebrigens in der Fakultaet fuer Geisteswissenschaften gemacht. Die Studenten malen ihre Banner selber und sind dabei kuensterlisch sehr kreativ.

Das Spanisch in Argentinien ist ein bisschen speziell: Man verwendet sehr oft den Ausdruck "Che", " Che, kannst du mir mal bitte blablabal reichen".... auch das ll und y "[ié] wird [sch] gesprochen, man sagt also nicht, "[Yo te llamé ayer] sondern Scho de schamé ascher. Mir gefaellt's!!!!! Das ganze mit einer leichten italienischen Intonation et voilá: Argentiñol!!!! ;-)

So, dann will ich euch mal nicht ueberfordern mir zu vielen Infos.

Ich hoffe es geht euch allen gut.

Bis bald

Liebe Gruesse
Maria


P.S.: Hat jemand Neuigkeiten von Elena, ich mach mir Sorgen wegen des Erdbebens!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Sonntag, 12. August 2007

Seit der letzten Woche hat sich einiges getan.

Herr Simonato, der Professor, der sich mit meinen Angelegenheiten beschaeftigt, ist aus dem Urlaub zurueck gekommen und hat sich unglaublich viel Zeit fuer mich genommen. Er hat mir einige Professoren vorgestellt- welche man mit einem Kuss auf die Wange begruesst. Das Verhaeltnis zu ihnen ist hier sehr viel weniger foermlich als in Deutschland.

Was die Vorlesungen anbelangt, habe ich sehr viel Interessantes gefunden. Marketing und alle Kurse am Instituto de Relaciones Internacionales sind bereits Masterkurse. Auf das letztere freue ich mich ganz besonders!!! Die Kurse dort werden:Latino America en las R. I.; Africa en las R. I.; Téoria de conflictos internacionales und La Política exterior de Iran, sein!!! Ansonsten habe ich vor zwei Kurse an der Fakultaet fuer Geisteswissenschaften ( Traducción Inglés und Literatura francesa) zu belegen.
Ich bin mir dessen bewusst, dass ich mir mal wieder zu viel zumute, denn immerhin ist das nicht meine Muttersprache, aber ich werde denke ich in der ersten Woche schon anfangen koennen zu selektieren, was mir letztendlich wirklich gefaellt und was nicht. Also die naechste Woche abwarten und Mate trinken.


Das Geruecht, dass hier alles etwas laenger dauert, kann ich fuer mich bestaetigen. Meine Treffen mit Simonato zum Beispiel haben sehr viel Zeit in Anspruch genommen, weil er oefters auf unterschiedlichste Themen abgewichen ist, wie bspw. Wagner, die Geschichte Argentiniens... ;-) Auch wenn irgendwann der Geduldsfaden duenner wird, muss ich sagen, dass es mir hier unglaublich gut gefaellt. Das Verhaeltnis zu den Mitmenschen erscheint mir sehr viel enger. Allerdings muss gesagt sein, dass Europaer in diesem Land ein Ass im Aermel haben. Jeder ist interessiert an der europaeischen Kultur, besonders an der deutschen. Als Lateinamerikanerin hingegen stuenden meine Chancen wahrscheinlich schlechter integriert zu werden. Ein hier lebende peruanische Freundin, hat mich letztens eindeutig gebeten nicht ueber ihre Herkunft zu sprechen und erzaehlte mir, dass sie und ihre Familie schon sehr viele schlechte Erfahrungen gesammelt haben. Genauso wurde es mir schon von anderen berichtet.
Die Argentinier sind vom Typ her, den Spaniern und Italienern sehr aehnlich. Soweit mir berichtet wurde, leben die urspruenglich argentinischen Einwohner nur noch in kleinen Gruppen im Norden. :-( Sie haben stark unter der Kolonialisierung leiden muessen.


Fuer naechstes Wochenende habe ich mir vorgenommen mit einem Bekannten nach Buenos Aires zu fahren. Dort werde ich dann sicherlich auch eine Deutsche treffen, die ich am Flughafen kennengelernt habe und die auch fuer 6 Monate hier studieren wird.
Eigentlich wollte ich dieses Wochenende in Uruguay verbringen, doch irgendwie habe ich mich maechtig erkaeltet und hoffe instaendig darauf, dass es endlich warm wird. Mir wurde berichtet, dass in Armenvierteln schon ca. 10 Menschen an der Kaelte gestorben sind. Im Schnitt betraegt die Temperatur hier im Winter 10 bis 15 Grad, deswegen sind auch die Raeumlichkeiten auf die momentante Situation auch nicht eingestellt. Das Thermometer zeigt nachts durchschnittlich nur 3 Grad an. Fuer die kommende Woche wurde allerdings Sonnenschein prognostiziert, darauf hoffe ich jetzt einfach mal.


Soviel erst mal zu meinen Erlebnissen im schoenen aber kalten Argentinien. Ich wuensche euch allen noch schoene Ferien oder eine angenehme Arbeitswoche.

Liebe Gruesse

Maria

Freitag, 3. August 2007

Der erste Tag


Am ersten Tag bin ich mit Sebastian durch die Stadt gelaufen Er benötigte Unterlagen für einen seiner Gerichtsfälle (er ist Rechtsanwalt). Alle drei Anlaufstellen haben uns woanders hin verwiesen. Sebastian hat das ganz gelassen genommen. Innerlich musste ich lächeln. Ist es nicht genau das, was wir immer über die Latinos zu hören bekommen?

Vor zwei Tagen war ich mit der Mutter von Sebastian an meiner Uni (Universidad Nacional de La Plata). Dort angekommen haben wir einen Studenten angesprochen, ob er wisse, an wen ich mich wenden könne. Er hatte keine Ahnung, brachte uns aber zum „Solución de Problemas“ (Lösung von Problemen), die haben mich dann zum Sekretariat verwiesen. Juan, der Student kam auch mit. Im Sekretariat wussten sie auch nicht so recht, was zu tun ist, haben sich aber zusammen mit einer Professorin (die sich eigentlich mit der Materie nicht auskennt) hingesetzt und über mein Learning Agreement geredet. Wir sind zumindest soweit gekommen, dass ich zwei Seminare belegen kann. Das eigentliche Problem, nämlich die Wohnungsfindung, konnten wir nicht lösen. Also machen wir das Montag. Juan ist dann noch eine Weile mit uns mitgelaufen, auf der Suche nach einer Handykarte, die ich dann auch gekauft habe, dann hat er sich verabschiedet und ist in die andere Richtung gelaufen.

Die Leute hier sind bisher alle sehr zuvorkommend (zu mir). Man hat mir gesagt, dass man Europäer insgesamt sehr mag. Auch deswegen, weil wir nicht auf der Suche nach Arbeit sind. Die Latinos untereinander mögen sich deswegen zum Teil nicht, so die Aussage von Frau Rosas.

Hier gibt es viele Bolivianer, welche u.a. Gemüseläden betreiben. Man sieht sie aber auch häufig mit der Kutsche durch die Straße fahren, Kartons aufsammeln, damit verdienen sie ihr Geld. Ab und zu liefen uns Kinder über den Weg, die um Geld baten.

Es gibt viel Armut hier. In gewisser Weise erinnert mich vieles hier an die DDR. Vieles wirkt improvisiert und veraltet. Auch die Straßen hätten schon vor Jahren erneuert werden müssen, die Büros bedürften eines neuen Anstriches.

Wenn endlich mein Computer funktioniert, der nachdem mein Bruder ihn in die Hände bekommen hat, nicht mehr so funktioniert wie ich es gewöhnt bin, dann werde ich Fotos ins Internet stellen. Wahrscheinlich wird es dann auch einfacher vorzustellen, wovon ich zu berichten versuche.

Ich werde versuchen bald wieder in den Blog zu schreiben, um euch weiter über Argentinien zu berichten.

Bis bald und alles Gute

Maria

Und weiter geht's...



Nun bin ich also hier und wohne in der Calle 46, 13. La Plata ist in Schachbrettform angeordnet, so wie Nueva York, das macht es leichter sich zu orientieren.

Gestern war ich zum ersten Mal im Fitnessstudio zum Tanzen. Man hätte glauben können, dass der Kurs für Profis gewesen ist. Unglaublich welches Rhythmusgefühl die Latinos haben. Aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Hoffentlich halte ich das eine Weile aus. Wenn ja, werde ich zur professionellen Tänzerin in Deutschland. ;-)

Es geht mir sehr gut hier. Die Familie, das heißt Sebastian und seine Mutter sind sehr nett. Die Mutter meinte gestern, dass ich am liebsten die ganzen sechs Monate dort wohnen bleiben solle. Allerdings ist die Wohnung sehr klein und kalt. Draußen ist es regnerisch und das Thermometer zeigt 4 °C an. Darauf hatte ich mich seelisch und moralisch irgendwie nicht eingestellt, obwohl ich mehrmals den Wetterbericht konsultiert habe.

Übrigens machen beide gerade eine vom Arzt verordnete Diät, weil ihre Ernährung zu einseitig ist – zu viel Fleisch! Das Gerücht stimmt also, dass die Argentinier sich mit Gemüse nicht sonderlich gut auskennen. Die Mutter gibt das auch ehrlich zu. Für mich ist das super, denn ich kann ihnen zeigen, wie man auf unterschiedliche Weise Gemüse zubereiten kann und bisher sagen sie (auch ganz überzeugend), dass es ihnen schmeckt.

Argentinisches Rindfleisch habe ich dennoch schon zweimal genießen können. Für mich ist es gewöhnungsbedürftig, denn hier isst man nicht nur ein Steak, sondern gleich 2 bis 3 in einem Gericht!

Oftmals sitzen wir zusammen und trinken Mate. Das ist ein bitter schmeckender Tee- eine argentinische Spezialität. Man trinkt ihn meist in Gesellschaft. Dabei wird der Tee in das Mate- Gefäß fast vollständig aufgefüllt und Wasser aufgegossen. Jeder einzelne trinkt es aus, dann wird es aufgefüllt und weitergereicht.


Der Flug


Hallo ihr fleißigen Blog-Leser,

da bin ich wieder.

Seitdem ich angekommen bin wohne ich bei der argentinischen Familie, die mich auch am Flughafen abgeholt hat.

Mit dem Flug ist eigentlich alles ganz gut gelaufen.- Bis auf das Umbuchen meines Fluges, um in die USA zu gelangen. Meine Aufenthaltsdauer in Argentinien hätte 180 Tage überschritten und damit die Zeit für die ich ein Visum bekommen würde. Das Problem dabei ist, dass man nur einmal kostenfrei umbuchen kann. Letztendlich ist alles aber weniger schlimm gewesen als vermutet, denn die weiteren Umbuchungsgebühren sind wesentlich günstiger als von meinem Reisebüro angegeben und ich musste mein Gepäck in den USA nicht abholen, wie anfänglich vom Reisebüro angegeben. Also war ich wieder positiver Dinge. Das Personal von Delta Airlines war auch sehr hilfsbereit und was wäre eine Reise ohne Zwischenfälle?

Dennoch war mein Gefühl in die USA einzureisen nicht sonderlich gut. Es ist kein Geheimnis, dass die Staaten nicht mein erstes, zweites oder drittes Reiseziel. Letztendlich hat sich mein Misstrauen in gewisser Weise bestätigt. Angefangen bei der Befragung meines Einreisegrundes (3 Mal) bis hin zu zweimaliger Handgepäckkontrolle, davon einmal Schuhe ausziehen. Oh man, ich fühlte mich fast eines Verbrechens schuldig. Als ich meinen Pass vorzeigte, wurden Fingerabdrücke meiner beiden Zeigefinger genommen und mein Gesicht eingescannt.

Nach 7 Stunden Aufenthalt in Atlanta stand ich dann am Schalter zum Einchecken und wurde gefragt, ob ich nicht noch eine Nacht bleiben möchte, denn der Flug sei überbucht. – Das hätte mir noch gefehlt! Irgendwann dann saß ich glücklich und zufrieden im Flieger neben einem Porteño (einem Argentinier aus Bs. As.).


Sonntag, 29. Juli 2007

Der Abflug naht


Hallo ihr Lieben,

heute Abend werde ich endlich meine Reise antreten. Die Sehnsucht ruft!

Für alle, die es noch nicht wissen, ich werde ab morgen im Flieger von Delta-Airlines sitzen und für ein Semester Uni-Luft in Argentinien schnuppern. Mein Aufenthalt dort ist für mind. 6 Monate geplant, danach geht es nach Brasilia für mein Praktikum bei der GTZ für ein Projekt zur „nachhaltigen Entwicklung und Schutz der Biodiversität des Amazonasgebietes“.

Nachdem ich über den Hospitality-Club mehrere Kontakte in La Plata hergestellt habe, hat mir ein Argentinier angeboten, dass ich bei ihm für ein bis zwei Nächte bleiben könnte. Gestern haben wir miteinander telefoniert und nun kommen er und seine Mutter mich vom Flughafen abholen. Das Telefonat hat recht gut funktioniert. Wir haben viel gelacht und vor allem hat es meine Vorfreude noch um einiges gesteigert- schon beim Klang des italienischen Akzentes ( 50% der Bev. sind italienischen Ursprungs, 25 % spanischem und der Rest setzt sich aus sonstigen Europäern und Indios zusammen– deswegen hört man teilweise auch, dass Argentinien ein Land ohne Argentinier ist).

La Plata befindet sich übrigens ca. eine Autostunde entfernt südlich von Buenos Aires (BsAs) und soll problemlos mit dem Bus zu erreichen sein. Die Stadt wurde erbaut von einem deutschen Architekten mit dem Hintergrund, dass 40% der Bevölkerung Argentiniens in der Hauptstadt lebt. Er wollte, dass das Bundesland BsAs eine eigene Hauptstadt bekommt und so ist La Plata eine der bedeutendsten Städte in Argentinien geworden (neben Mendoza, Cordoba, San Sebastián).

Insgesamt leben ca. 500.000 Einwohner in meiner zukünftigen Unistadt, davon sind 60.000 Studenten. Die Fakultät für Wirtschaft nimmt 16% der Studierenden ein.

Laut Professor Pfeifer von der Uni Reutlingen (auch Partneruni von La Plata sein ca. 20 Jahren), der mir noch ein paar interessante Tipps gegeben hat, ist La Plata die schönste Stadt in Argentinien. :-). Sie liegt 5 km von Strand weg, allerdings ist das zur Zeit nicht sonderlich interessant, denn gestern waren es 3 °C vor Ort. Es ist Winter, voraussichtlich wird es ab September (Frühlingsanfang 21.) warm.

Für alle die, die glaubten, in Südamerika wäre es überall warm, das ist ein Trugschluss. In Patagonien, im Süden von Argentinien, leben Pinguine. Wenn man bedenkt, dass das Land sich vom 25. – 55. Längengrad erstreckt, wird man sich bewusst, dass es durch mehrere Klimazonen beeinflusst wird.

Argentinien ist übrigens das 8. größte Land der Erde (1. Russland, Kanada, USA, China, Brasilien, Australien, Indien).

Jeden von euch kennt bestimmt den Spruch „wir sind hier in der Pampa gelandet“. Diese Steppenlandschaft befindet sich im südlichen Teil Argentiniens bevor Patagonien beginnt..

So, nachdem ich euch mit den Hardfacts bombardiert habe, hoffe ich , euch in den nächsten Tagen etwas mehr über die Latinos erzählen zu können.

Ich würde mich sehr über Anregungen und viele Kommentare im Block freuen.

Bis bald und alles Liebe

Maria