Am ersten Tag bin ich mit Sebastian durch die Stadt gelaufen Er benötigte Unterlagen für einen seiner Gerichtsfälle (er ist Rechtsanwalt). Alle drei Anlaufstellen haben uns woanders hin verwiesen. Sebastian hat das ganz gelassen genommen. Innerlich musste ich lächeln. Ist es nicht genau das, was wir immer über die Latinos zu hören bekommen?
Vor zwei Tagen war ich mit der Mutter von Sebastian an meiner Uni (Universidad Nacional de La Plata). Dort angekommen haben wir einen Studenten angesprochen, ob er wisse, an wen ich mich wenden könne. Er hatte keine Ahnung, brachte uns aber zum „Solución de Problemas“ (Lösung von Problemen), die haben mich dann zum Sekretariat verwiesen. Juan, der Student kam auch mit. Im Sekretariat wussten sie auch nicht so recht, was zu tun ist, haben sich aber zusammen mit einer Professorin (die sich eigentlich mit der Materie nicht auskennt) hingesetzt und über mein Learning Agreement geredet. Wir sind zumindest soweit gekommen, dass ich zwei Seminare belegen kann. Das eigentliche Problem, nämlich die Wohnungsfindung, konnten wir nicht lösen. Also machen wir das Montag. Juan ist dann noch eine Weile mit uns mitgelaufen, auf der Suche nach einer Handykarte, die ich dann auch gekauft habe, dann hat er sich verabschiedet und ist in die andere Richtung gelaufen.
Die Leute hier sind bisher alle sehr zuvorkommend (zu mir). Man hat mir gesagt, dass man Europäer insgesamt sehr mag. Auch deswegen, weil wir nicht auf der Suche nach Arbeit sind. Die Latinos untereinander mögen sich deswegen zum Teil nicht, so die Aussage von Frau Rosas.
Hier gibt es viele Bolivianer, welche u.a. Gemüseläden betreiben. Man sieht sie aber auch häufig mit der Kutsche durch die Straße fahren, Kartons aufsammeln, damit verdienen sie ihr Geld. Ab und zu liefen uns Kinder über den Weg, die um Geld baten.
Es gibt viel Armut hier. In gewisser Weise erinnert mich vieles hier an die DDR. Vieles wirkt improvisiert und veraltet. Auch die Straßen hätten schon vor Jahren erneuert werden müssen, die Büros bedürften eines neuen Anstriches.
Wenn endlich mein Computer funktioniert, der nachdem mein Bruder ihn in die Hände bekommen hat, nicht mehr so funktioniert wie ich es gewöhnt bin, dann werde ich Fotos ins Internet stellen. Wahrscheinlich wird es dann auch einfacher vorzustellen, wovon ich zu berichten versuche.
Ich werde versuchen bald wieder in den Blog zu schreiben, um euch weiter über Argentinien zu berichten.
Bis bald und alles Gute
Maria
2 Kommentare:
Hi süße,
na den Rechner werden wir ja irgendwie schon hinbekommen, hast ja noch ne Weile dafür, irgendwann finden wir raus was dein Herr Bruder damit angestellt hat ;)
Viele liebe Grüße und nen Kuss
Thomas
ich sag mal nix dazu
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