Hier ein Zitat aus der taz:
Was ist Hunger?
Ein Mensch ist nach UN-Definition unterernährt, wenn er weniger zu essen hat, als er täglich braucht, um sein Körpergewicht zu erhalten und zugleich leichte Arbeit zu verrichten. Die erforderliche Nahrungsmenge variiert zwischen den Ländern sowie zwischen den Altersgruppen und Geschlechtern, liegt aber laut FAO durchschnittlich bei etwa 1.900 Kilokalorien am Tag. Dieses minimum energy requirement ist geringer als der von der Weltbank zum Zwecke der Definition von "absoluter Armut" errechnete Durchschnittsbedarf von etwa 2.200 Kilokalorien. Laut Weltbank leben etwa 1,2 Milliarden Menschen in absoluter Armut; laut FAO sind über 800 Millionen unterernährt.Diese und ähnliche Artikel lesen wir über das Jahr verteilt des öfteren. Doch welche Auswirkungen hat das auf unser Denken. Es scheint, als wäre es nur einer von vielen Artikeln, den wir eventuell gerade überfliegen.
Könnt ihr euch vorstellen, dass vor der Citibank im Zentrum von Buenos Aires, Menschen wohnen? Ich meine damit vor den Glasscheiben, auf den Gehweg.
Es ist in der Tat so. Vor der Citibank sah ich, wie ein Mädchen sich gerade anzog. Sie machte ihre Haar zurecht und suchte sich 2 Oberteile aus einem Regal, das gleichzeitig als "Abgrenzung" zu einer anderen Wohnung diente. Insgesamt ist das Quartir von unterschiedlichen Möbelstücken eingegrenzt, welche sicherlich zur Entrümplung bereitstanden. Der Boden ist mit Kartons ausgelegt, alte Matrazen, dienen, wenn vorhanden, als Betten.
Den Tag verbringen die Kinder oder ganze Familien mit Betteln. Sie gehen unter anderem in Schulen, Universitäten, Restaurants oder auf die Strasse und bitten um Geld und/oder etwas zu essen.
In Deutschand kennen wir diese Armut (noch) nicht. Dort redet man von Bildungsarmut und welche Folgen diese haben wird, können/ wollen wir uns teilweise gar nicht ausmalen.
Können wir uns vorstellen nichts zu essen zu haben? Hatten wir schon mal die Befürchtung nicht zu wissen, wo wir diese Nacht schlafen werden? Wenn wir davon reden, dass wir momentan kein Geld zur Verfügung haben, dann meinen wir, dass wir uns gerade keinen Urlaub leisten können oder eben diesen Monat auf einen Besuch im Restaurant verzichten um es drastisch zu formulieren. Doch wie ist das Gefühl, wenn man nicht weiss, wie man seine Familie ernähren soll und die Ehrfrau eventuell auch noch schwanger ist? Kann man sich vorstellen, dass man ein gesundes Kind verstümmelt, damit sich ein Passant in der Haupteinkaufsstrasse erbarmt etwas mehr Geld zu spenden?
Was wir mit diesen Gedanken anfangen sollen?
Bewusster leben!
Wie oft beschweren wir uns über Kleinigkeiten. Über schlechtes Wetter oder darüber, dass gerade eine Kleinigkeit nicht so funktioniert wie es sollte? Warum sorgen wir uns derart in unserem Leben und geniessen nicht einfach den Moment?? Sind wir nicht immer gerade mit unseren Gedanken in der Zukunft oder in der Vergangenheit, doch was ist mit der Gegenwart? Wozu führen diese Reflexionen, die doch letztendlich nur Vermutungen oder Tatsachen sind, die wir nicht ändern können?! Ändern können wir nur etwas im Hier und Jetzt!
Ich denke, dass wir, die in der industrialisierten Welt leben, sehr viel Glück haben. Jeder Einzelne ist allerdings selbst dafür verantwortlich, was er aus dem macht, was man ihm geschenkt hat.
Ich frage mich, was uns diese Sucht nach dem Materiellem bringt?! Ändert es uns? Macht es uns glücklicher? Was ist denn das Ziel unseres Leben? Anhäufung von materiellen Reichtümern?
Der Konsumismus macht uns nicht zu besseren Menschen, stattdessen lässt er uns vergessen wer wir wirklich sind. Je mehr wir uns in den Luxus verkriechen, destoweniger sehen wir die Schönheit der Natur, denn sie birgt auch Unannehmlichkeit.
Ein Leben ohne Handy?- unvorstellbar! Kein Internetzugang?- Unmöglich. Doch kommunizieren wir dadurch wirklich mehr oder werden unsere Gespräche einfach nur oberflächlicher??
Was ist das Ziel eures Lebens?